Seid gegrüßt, Mütter dieser Welt

Wenn ich draußen unterwegs bin, grüße ich innerhalb eines bestimmten Radius´ die Menschen, die mir begegnen. Sind ja alles irgendwie Nachbarn, auch wenn man sich nicht unbedingt kennt. Jedenfalls funktioniert es so in einem gemütlichen ruhigen Stadtteil einer Großstadt.
Und wisst ihr was? Es gibt noch einen viel viel viel größeren Radius, als der oben Genannte. In diesem werden mir begegnende Muttis mit Kindern begrüßt.
Also fast alle Mamas, die ich sehe, vorzugsweise mit einem Kinderwagen oder Trage. Insbesondere mit ganz kleinen Babys, oder welchen, die ähnlich alt sind wie Mäuserich. Warum eigentlich? Na, wir sind ja in einem Team. Wie die Busfahrer in der Stadt mit einem kleinen Wink, wenn sie aneinander vorbeifahren. Oder Fußballfans des gleichen Vereins. Oder Fahrer der gleichen seltenen Automarke. Oder halt Frauen, die kürzlich in ihrem Leben ein Leben gemacht und ihr eigenes dafür um einiges mehr in den Hintergrund gestellt haben. Jedenfalls zeitlich befristet, hoffentlich.
Irgendwo habe ich gelesen, nur weil man selbst ein Elternteil geworden ist, heißt es nicht, dass man automatisch andere Eltern mögen muss. Denn es ist ja nur ein gemeinsames Merkmal von vielen möglichen und sagt nicht besonders viel über deren Einzigartigkeit aus. Stimmt schon, oder? Dennoch hängt man vor allem in der Elternzeit mit anderen Muttis und Papis ab. Sonst hat ja kaum einer Zeit für einen Mittagsspaziergang. Sind ja auch alle nett. Oder hat mich die hormonelle Gehirnwäsche auch erwischt und meine untere Grenze von “ich mag dich” ist tief in den Boden gerutscht, sodass ich nun zu jedem viel zu freundlich bin? Nee, nee fällt mir grad ein. Irgendwie sind auf den zweiten Blick doch nicht alle sympathisch. Zum Beispiel wenn man ins Gespräch kommt und dieses einfach überhaupt nicht vorwärts geht, weil man krampfhaft versucht eine ähnliche Wellenlänge zu finden. Oder wenn man feindselige mütterliche Blicke erntet, wenn man jemanden freundlich annickt. Das stimmt. Es gibt doch eine ganze Menge Leute, mit denen ich keinen Mittagsspaziergang machen möchte und das ist auch in Ordnung.
Grüßen tue ich euch alle trotzdem. Warum? Als Kind wurde mir beigebracht, alle Respektpersonen zuerst zu grüßen. Und seitdem mein eigenes Leben seit der Geburt von meinem Sohn komplett auf den Kopf gestellt wurde, habt ihr, alle Mütter dieser Welt, meinen vollsten und größten Respekt. Ich ziehe meinen Hut vor allen, auch vor mir selbst.
Und: Ich danke euch für Leben.

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