Zwei Katzen und ein Baby Vol. 3 – Wir sind ein Team

wir sind ein team katzenbild volume 3
Als Katzenmama und werdende Menschenmama macht man sich natürlich Sorgen: Wie wird es sein, wenn das Baby auf die Welt kommt? Werden die Katzen rebellieren, weil sie nicht gefragt wurden ob sie mit einem neuen Mitbewohner einverstanden sind? Als Katze 2 zu bereits eingesessener Katze 1 hinzukam gab es viel Gezische, Gefauche und sogar Knurren (Wusstet ihr, dass Katzen knurren können? Und wie!) sowie etliche Pfotenhiebe zwischen den beiden. Aktuell kommen beide gut miteinander aus und sind fast immer im Doppelkatzenpack anzutreffen. Und das Baby?
Ich habe irgendwo gelesen, dass man die Katzen an den neuen Menschen in der Familie gewöhnen soll. Zum Beispiel soll man nach diesem riechende Stoffstücke mit nach Hause bringen, damit sie schon mal beschnuppert werden können (haben wir brav gemacht, es hat sie wenig interessiert). Oder Babyschreie abspielen, damit die Katzen sich an die Unruhe gewöhnen. Sorry Leute, aber welche Schwangere macht freiwillig vor ihrer Geburt fremdes Babyweinen laut zuhause an? Oder soll man das anmachen und aus der Tür gehen, damit nur die Katzen diese Tortur ertragen müssen? Das wäre eine Folge für: wie foltere ich meine Haustiere. Oder je nach Wandbeschaffenheit der Wohnung: auch die Nachbarn. Nachher stehen sie noch mit einem Geschenk vor der Tür für das Neugeborene. Was erzählt man denen dann? Das ist ein Mixtape mit dem besten Babygeweine der letzten Jahre? Wir testen schon mal unsere Schmerzgrenze? Das ist ein Quiz, bei dem man erkennen soll, was dem Baby fehlt? Das Ganze kommt sowieso schneller, häufiger und lauter als einem lieb ist.
Als es soweit war, schien der Lärm für die Katzen gar nicht nervig zu sein. Meist lagen sie völlig gleichgültig und gelangweilt in der Nähe und haben ihr Katzending gemacht (ihr wisst schon, schlafen, sich nach dem Schlaf putzen, etwas essen, sich nach dem Essen putzen, hinlegen, vergessene Zehenzwischenräume nachputzen, schlafen, gelangweilt herumschauen, schlafen, putzen, Frauchen und Herrchen in sämtliche Zimmer folgen, nachts wie verrückt durch die Wohnung jagen usw.). Nur wenn Mäuserich ganz nah bei denen gequengelt hatte, schauten sie genervt auf und gingen sich einen anderen Ruheplatz suchen.
Und kennt ihr so ein Babyweinen, bei dem man spürt, etwas ist absolut nicht in Ordnung? Man hört in der Regel an der Frequenz der Schreie, ob Mäuserich Schmerzen hat. In so einem Moment lassen wir als Eltern alles stehen und eilen zum Baby. Und wisst ihr was? Dann kommt der Liebesbeweis der Katzen an unsere Familie. Beide Katzen kommen sofort zu uns angelaufen und miauen aufgeregt. Mit großen Augen und besorgten Blicken stehen sie da und versuchen zu sagen: Dem Baby geht es nicht gut! Helft ihm! Sie bleiben solange bei uns, bis Mäuserich sich wieder beruhigt. Sie sitzen meist brav zu meinen Füßen und schauen treu herauf, während unser kleiner Schatz gekuschelt und beruhigt wird. Und manchmal, wenn er sich mal stößt oder hinfällt, sich dadurch ganz fürchterlich erschreckt und lauthals weint, sieht er unsere beiden Ringelschwänze angelaufen kommen. Er ist stetig von ihnen fasziniert und beruhigt sich bei deren Anblick viel schneller. Und seitdem ich dies das erste Mal erlebt habe, weiß ich: Wir sind ein Team.

 

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Zwei Katzen und ein Baby – Vol. 2 – Das Geschenk

Meine Freundin hat bald Geburtstag. Hier liegt das Geschenk, es muss noch in eine visuell ansprechende Form im Sinne einer Geschenkverpackung gebracht werden. Das wird sich doch machen lassen.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete, also Geschenkpapier, Band, Kleberolle, Schere und eine Decke zum Drauflegen des Babys wird geholt. Kiste mit dem Geschenkzeug wird aufgemacht. Katze 1 ist drin und sucht schon mal das Geschenkband (um es durchzukauen und anschließend wieder vollgesabbert auszuspucken). Nein! Katze 1 ist also raus, Geschenkband gerettet, Kiste geht wieder zu. Baby guckt amüsiert und hat aus unerklärlichen Gründen schon die Luftpolsterfolie in der Hand. Luftpolsterfolie bei Babys? Lebensgefährlich! Nein, das darfst du nicht. Aber es knistert so schön und ist auch noch so ein seltenes grünes Exemplar denkt es sich wahrscheinlich. Raus kommt leider nur: Geschrei. Ich also: Ok, also nur kurz und ich halte es solange fest. Mit einer Hand hole ich also die Papierrolle raus. Kiste schnell wieder zu wegen herumliegendem Geschenkband und der Katzensabber von Katze 1. Katze 2, die gerade versucht dem ankommenden Staubsaugerroboter auszuweichen, erschreckt sich beim Anblick des langen Geschenkstabs und schaut empört. Katze 1 versucht derweil glücklicherweise erfolglos, die Kiste mit dem Geschenkzeug aufzubrechen. So. Ich lege mit den Händen das Papier um das Geschenk während ich mit dem Fuß die Luftpolsterfolie vorm Baby festhalte, die mir einen kurzen Moment der Stille beschert. Puh. Schnell festgeklebt, aber schwups hat die Katze 1 ein Stück Geschenkband ergattert in der Sekunde der offenen Kiste. Egal, soll sie es doch fressen, ist nicht so lang. Ich nehme ein zweites Stück und binde es um das Geschenk. Knoten. Da sich bewegendes Geschenkband vor einem sich nicht bewegenden Geschenkband favorisiert wird, wird ihr Band losgelassen und das bereits umgebundene angekaut. Kschhht! Weg mit dir! Ist ihr egal. Sie kaut wie hypnotisiert am Ende des Bandes und scheint im Katzen-Kauhimmel zu sein. Katze 2 steht daneben und guckt immer noch empört.

Der überhaupt nicht intelligente Staubsaugerroboter fährt sich fest und macht voll Krach. Ich komme nicht an, weil ich an der Luftpolsterfolie am Baby hänge. Ok, nur noch kurz aushalten, wir haben es gleich geschafft. Eine Schleife will noch gemacht werden. Am liebsten möchte ich das nasse durchgekaute Band abschneiden, aber Katze 1 steckt mit all ihren Schnurrhaaren mitten im Geschehen und bewegt sie wild umher.

Also ziehe ich die Katzensabber durch meine beiden Hände, sodass sich Speichelfäden an mir ziehen, binde eine nasse Schleife, schneide dann das völlig zerkaute und durchlöcherte Ende ab, trockne den Rest ab und überlege kurz, dass die Beschenkte zum Glück keine Katzenallergie hat. Die empörte Katze wird kurz mit nassen Händen gekrault und läuft nun wieder friedlich herum. Das Baby ist durch den jetzt vorbeitänzelnden Ringelschwanz abgelenkt und gibt freiwillig die Luftpolsterfolie her, schnell befreie ich den Roboter und friedliche Ruhe kehrt ein. Katze 1 putzt sich genüsslich nachdem sie mal wieder alles bekommen hat, was sie wollte.

Ich halte das Geschenk gen Himmel und seufze laut. Alle Beteiligten mit Ausnahme des Roboters schauen interessiert und unschuldig. Der hat sich nämlich in einem anderen Zimmer festgefahren.