Musik unter der Geburt – Eine Playlist für ein Leben

Bei den Vorbereitungen auf die Geburt findet man im Internet sämtliche Listen, Einkaufstipps und Vorbereitungsempfehlungen. Auch ich las mich durch die Seiten und fand irgendwo einen Rat, den ich vom Herzen an euch alle hier weitergeben möchte: Nehmt Musik mit in den Kreißsaal. Wenn ich das Freundinnen erzähle, werde ich meist komisch angeschaut. Ich möchte es euch erklären.
Das klingt simpel, hat jedoch eine unglaubliche Wirkung. Solltet ihr vor der Geburt Kreißsäle besichtigen, fällt euch wahrscheinlich auf, dass in fast jedem eine Musikanlage steht. Mal ist diese sehr altbacken mit einem Radio oder CD-Spieler, mal gibt es Dockingstations für gängige Handys und ab und zu gibt es sogar zusätzliche Lautsprecher für den satten Sound im ganzen Raum. Wow.
Hier gilt es nun, die Augen und Ohren aufzuhalten und herauszufinden, wie ihr eure Musik dort hineinbekommt. Gibt es nichts vor Ort, ist ein Handy, vielleicht mit einem kleinen mobilen Lautsprecher, eine gute Alternative. Und weiter?
Eine Hebamme betonte, man solle unbedingt entspannende Musik mitnehmen. Hmmm, schwierig, wenn man sonst nach dem Motto lebt: je mehr beats per minute, desto besser. Ich versuchte mir also vorzustellen, was ich bräuchte, um zu entspannen ohne jedoch gleichzeitig traurig oder träge zu werden – denn auf einen Geburtsstillstand hatte ich null Bock.
Die Lösung für mich war: Tempo runter, Beats behalten. Ein Paar Singer-Songwriter mit einigen unbekannten Songs, die als unpenetrante Hintergrundmusik auch mal eben ausgeblendet werden konnten. Zum Beispiel.
Und wenn man dann einen einzigen Moment erwischt, in dem man selbst nicht weiß wohin mit sich, den Gedanken, den Schmerzen und dem ganzen Körper und auf die nackten Wände starrend sich am liebsten auflösen möchte – genau in diesem Moment merkt: hey, da ist noch was. Und sich wenn auch für nur eine Millisekunde in dem Lied verliert, kurz die Melodie summt, die Augen schließt, zu dem Klang bewegt – nur für diesen einen Moment ganz woanders und doch so sehr bei sich ist. In dem die Welt im Gleichgewicht ist und genau richtig, so wie es soll. Als wenn die Zeit nur in eurem Raum langsam weitergeht und nirgends sonst. Genau aus so einem Moment, egal wie kurz er auch war, kann man stark, groß werden und über sich und gefühlt auch über alles andere irdische wachsen – für alles, was noch kommt.
Für mich war die Musik in dem Moment perfekt. Ich wünsche euch allen genau so eine Erfahrung. Mit Musik oder einer liebevollen Massage oder auch nur in einem wunderschönen Augenblick, den ihr zu zweit mit eurem Partner genießt.
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